Bei juristischen Recherchen lässt sich an die Kriterien des CRAP-Testes anknüpfen.
Aktualität
Bei der Bewertung von Quellen spielt die Aktualität in der Rechtswissenschaft eine zentrale Rolle. Rechtsvorschriften oder Normen sollten stets in ihrer aktuell geltenden Fassung berücksichtigt werden. Auch Literatur und Kommentare sind am zuverlässigsten, wenn sie auf der neuesten Auflage basieren. So stellen Sie sicher, dass Ihre Recherche auf dem aktuellen Stand des Rechts und der Wissenschaft beruht.
Autorität
Welche Stimmen im juristischen Diskurs mehr oder weniger Autorität als andere haben, haben wir im Verlauf des Kurses immer wieder diskutiert. Bei Gerichtsentscheidungen spielt die Autorität des Gerichts eine entscheidende Rolle: höchstrichterliche oder letztinstanzliche Entscheidungen haben besonderes Gewicht. Bei wissenschaftlichen Arbeiten gilt: Dissertationen und Habilitationen müssen die Standards von Promotions- bzw. Habilitationsverfahren erfüllen, während Seminar-, Bachelor- und Masterarbeiten als „Graue Literatur“ eingeordnet werden.
Um die wissenschaftliche Autorität von Autor:innen einzuschätzen, können außerdem folgende Informationen hilfreich sein:
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Publikationsverzeichnis der Autor:innen
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ORCID oder andere Nachweise der wissenschaftlichen Identität
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Zitation durch andere: Wird die Person von Kolleg:innen oder in Fachartikeln häufig zitiert?
Ort der Veröffentlichung
Neben den Kriterien des CRAP-Testes ist es außerdem sinnvoll, zu registrieren, wo die Quelle veröffentlicht wurde. Denn der Publikationsort ist ein weiteres Qualitätsmerkmal:
Monographien:
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Bevorzugt sollten Bücher von etablierten Fachverlagen wie Beck, Nomos oder Mohr Siebeck herangezogen werden.
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Auch Schriftenreihen, in denen die Qualität durch Herausgeber:innen gesichert ist oder nur hoch bewertete Dissertationen oder nur Habilitationen erscheinen, gelten als verlässlich.
Zeitschriftenaufsätze:
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Achten Sie darauf, ob die Zeitschrift etabliert ist.
Gerichtsentscheidungen:
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Greifen Sie auf amtliche Quellen zurück.
Blogs und Internetquellen:
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Hier ist Vorsicht geboten. Die Qualität muss sorgfältig geprüft werden. Manche Blogs erreichen jedoch bereits vergleichbare Standards wie Zeitschriftenaufsätze.
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Anders herum gilt: Open Access bedeutet nicht automatisch, dass eine Quelle minderwertig ist – viele hochwertige wissenschaftliche Publikationen sind frei zugänglich.