Selbstverständnis als forschende Person

Kursinhalt
Einführung
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Forschungsergebnisse
Was kann am Ende eines rechtsdogmatischen Forschungsprojekts stehen? Welches Ergebnis? Welches Produkt? Die Formen sind vielfältig. Wir wollen ein paar typische Ergebnisse rechtsdogmatischer Forschung näher vorstellen: ###
Interdisziplinäres Vorgehen
Selbstverständnis als forschende Person

Rechtsdogmatische Forschung ist mehr als Methodenanwendung. Sie ist auch eine Frage des Selbstverständnisses als forschende Person. In diesem kurzen Persönlichkeitsquiz geht es nicht um „richtig“ oder „falsch“. Es geht darum, Ihre eigene Rolle in der Rechtswissenschaft bewusster wahrzunehmen.

Beantworten Sie die folgenden fünf Fragen spontan. Am Ende erfahren Sie, welcher Forschungstyp in Ihnen stärker ausgeprägt ist:

Vielleicht haben Sie mit Hilfe des Persönlichkeitstests herausgefunden, zu welchem Selbstverständnis Sie als forschende Person tendieren. Das „typische“ Selbstverständnis von dogmatisch Forschenden ist das der „Ingenieure des Rechts“: Sie wollen konstruktiv zum Funktionieren des Rechts beitragen. „Kritiker:innen des Rechts“ distanzieren sich oft stärker vom Recht, schätzen empirische Einblicke in das „lebende“ Recht und zeigen auf, wo das Recht Ungleichheiten verstärkt.

Die gute Nachricht ist: Sie müssen sich nicht für eine der Rollen entscheiden. Denn man kann auch in der dogmatischen Forschung kritisch und konstruktiv forschen. Susanne Baer hat in einem inspirierenden Vortrag dazu aufgerufen, dass Forschende angesichts des Rechtsrucks zu „amici curiae“ werden sollten, zu Freunden der Gerichte. Gerichte sollten kritisiert werden, aber auch in ihrem Bemühen um das Aufrechterhalten der Rechtsstaatlichkeit unterstützt werden.

Eine interessante Zwischenform ist beispielsweise das ReWriting, bei dem Wissenschaftler:innen Urteile umschreiben. Sie bewegen sich dabei in den rechtlichen Rahmenbedingungen, in denen auch Gerichte agieren, zeigen aber auf, wie Urteile alternativ (und in ihren Augen: besser) hätten verfasst werden könne.

Mehr entdecken:

  • Susanne Baer, Democracy in peril: a call for amici and amicae curia e and critical lawyering, Transnational Legal Theory 2019, 140.
  • Jannis Lennartz, Wir Ingenieure, in: Eine Theorie von der Wissenschaft des Rechts, 2023, 137.
  • Re:Law Projekt: https://relaw.hu-berlin.de